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Informationen rund um den Zeckenstich

 

 

 

Liebe Patientinnen und Patienten,

 

nachdem Zeckenstiche ein beinahe tägliches Problem in unserer Praxis darstellen, möchten wir Ihnen

mit den folgenden Ausführungen wichtige Information hierzu  und den möglichen Erkrankungen geben.

 

Zecken halten sich auf Büschen, Sträuchern und im hohen Gras bis 1,5 m auf, man streift sie im

Vorbeigehen ab und so gelangen sie auf unsere Bekleidung und schließlich an unsere Haut wo sie sich

eine geeignete Einstichstelle suchen. Zecken sind bei Außentemperaturen über 8 Grad Celsius aktiv.

 

Junge Zecken – so genannte Nymphen – sind noch sehr klein, hatten in der Regel noch keinen Kontakt

mit Tieren und tragen mit großer Wahrscheinlichkeit keine Krankheits­erreger in sich. Erwachsene Zecken

sind deutlich größer und können mehrere Tiere (Wild, Nagetiere, Haustiere) als Wirt benutzt haben und

somit Krankheitserreger in sich tragen.

 

Die gefährlichste, durch Zecken übertragene Erkrankung ist die Frühsommermeningoen­cephalitis (FSME),

eine akute Erkrankung des zentralen Nervensystems, ausgelöst durch ein Virus. Die Infektion erfolgt

bereits unmittelbar nach dem Stich, da sich das Virus im Speichel der Zecke aufhält. Kulmbach und

seine Umgebung sind mittlerweile als so genanntes Endemiegebiet eingestuft, das heißt, die Erkrankung

ist hier bereits wiederholt aufgetreten.

 

Nachdem es noch keine medikamentöse Behandlung gegen diese Infektionskrankheit gibt, kommt

der Schutzimpfung eine umso größere Bedeutung zu.

Für Kinder vom vollendeten 1. Lebensjahr bis zum 16. Lebensjahr steht ein entsprechender Impfstoff

zur Verfügung, desgleichen für Erwachsene.

Nach der 1. Impfung folgt die 2. im Abstand von 4 Wochen, danach ist ein 80%iger Schutz gegeben,

die 3. Impfung ist 9 bis 12 Monate nach der 1. Impfung durchzuführen. Bis zum 60. Lebensjahr ist

die Impfung nach Ablauf von 5 Jahren 1x zu erneuern, nach dem 60. Lebensjahr nach Ablauf von

3 bis 5 Jahren.

Die Impfung ist für den Patienten kostenlos und wird von der Krankenkasse übernom­men!

 

Die 2. wichtige Erkrankung ist die Borreliose, sie wird durch Bakterien ausgelöst, die sich im Darm der

Zecke aufhalten. Nach Expertenmeinung ist deshalb die Infektion frühes­tens 24 Stunden nach dem

Zeckenbiss möglich. Bei frühzeitiger Entdeckung und Entfer­nung der Zecke ist deshalb die Gefahr

einer Erkrankung nur sehr gering. Sollte sich je­doch im Verlauf von 2-3 Wochen nach dem Stich um

die Einstichstelle herum eine flä­chige Rötung zeigen, sollten Sie umgehend Ihren Arzt aufsuchen. Er

wird dann darüber entscheiden, ob eine antibiotische Behandlung erforderlich ist.

 

Wichtig:

Bitte nach Aufenthalt im Garten, in Feld, Wald und Wiese die Klei­dung wechseln, duschen

und den Körper auf Zeckenbefall untersuchen.

Rechtzeitige Entdeckung schützt vor Erkrankung!

 

Sollte dennoch einmal die Hautrötung nach einem Zeckenstich nicht bemerkt worden sein und es stellen

sich zu einem späteren Zeitpunkt unerklärbare Muskel-, Gelenk-. oder Nervenbeschwerden ein, wenden

Sie sich bitte ebenfalls an Ihren Arzt. Er kann mit Hilfe einer Blutuntersuchung feststellen, ob eine

Infektion stattgefunden hat. Auch zu diesem Zeitpunkt ist noch eine antibiotische Behandlung möglich!

 

Noch einige Hinweise zur Entfernung einer Zecke aus der Haut:

 

·        An Hilfsmitteln stehen sowohl Zeckenzangen als auch neuerdings Zeckenschlingen zur

    Verfügung, erhältlich in Apotheken und Drogeriemärkten. Sie sollten damit die Zecke knapp unter

    dem Körper fassen und unter vorsichtigem Zug entfernen.

·        Sollte der Stechapparat der Zecke einmal abreißen und in der Haut verbleiben, stellt dies

    nach Expertenmeinung keine Gefahr dar. Wir sind aber doch der Meinung, dass man den

    Fremdkörper entfernen sollte und helfen Ihnen auch in diesem Falle gern.

 

Wir hoffen nun, dass diese Informationen für Sie in Zukunft eine Hilfe sein können und stehen Ihnen

zu weiteren Fragen gerne zur Verfügung.

 

 

Ihr Praxisteam